Auckland City

Mein 3. Wochenende war gleichzeitig mein erstes Wochenende, welches ich selber verplant habe. Natürlich hätte ich auch die Wochenenden davor theoretisch selber etwas unternehmen können, aber einerseits wollte ich erstmal ankommen und mich eingewöhnen und andererseits hatte ich keine Einwände gegen das Programm meiner Gastfamilie. So war das Wochenende auch das erste Wochenende, welches ich nicht komplett mit meiner Family verbracht habe.

An dem Samstag, den 31.8., habe ich erstmal ausgeschlafen, wobei Ausschlafen hier am Wochenende relativ ist, da die Kids irgendwann nicht mehr zu überhören sind. Das schöne am Wochenende ist dann aber, dass ich noch (stunden-)lang liegenbleiben kann und ich mir mit allem Zeit lassen kann. Da die Familie irgendwann zum Fußball des Großen gefahren ist hatte ich Zeit um in Ruhe zu Frühstücken und zu Skypen. Als die Familie dann wieder zuhause war hab ich ein bisschen Zeit mit den Kids verbracht. Der Vater meinte zwar, dass ich ja frei hätte und meine Zeit auch für mich und ohne Kids verbringen könnte, aber für mich ist das kein Arbeiten sondern einfach das Leben als Familienmitglied, welches ich hier ja sein möchte. Später habe ich mich dann aber von der Familie verabschiedet um mein eigenes Programm zu machen. Da ich zuvor Auckland City nur von der Ferne gesehen hatte wollte ich den Tag nutzen um sie mir auch mal aus der Nähe anzuschauen. Dazu bin ich zum ersten Mal mit dem Bus gefahren, welcher mich in 25 Minuten ins Innere der Stadt gebracht hat.

Busfahren funktioniert hier grundsätzlich relativ einfach: Über eine App kann man seine Reise wie bei Googlemaps planen, indem man Abfahrtsort und -zeit sowie sein Ziel eingibt. Die App berechnet dann, wann man an welcher Haltestelle einsteigen sollte, um anzukommen. Sobald der Bus dann auf der Strecke unterwegs ist kann man ihn über die App tracken, um festzustellen, ob der Bus pünktlich ist oder auch nicht. Bis jetzt kam mein Bus immer zu spät, war aber erstaunlicherweise trotzdem immer pünktlich am Ziel. Wenn der Bus dann da ist kauft man sich entweder ein Ticket vorne beim Busfahrer oder man benutzt eine sogenannte AT-Hop Card und checkt mit dieser ein. Diese Karte im Scheckkartenformat erlangt man einmalig für 10$ und lädt diese dann wie eine Prepaidkarte immer wieder bei Bedarf auf. Der Vorteil dieser Karte ist neben dem schnellen Ein- und Aussteigen auch, dass eine Fahrt mindestens 25% günstiger ist, als wenn man ein Ticket beim Fahrer kauft. Netterweise hat das vorherige Au Pair meiner Familie mir eine solche Karte mit einem Restbetrag hinterlassen, sodass ich direkt einsteigen konnte ohne ein Ticket kaufen zu müssen. Spannenderweise werden im Bus jedoch nicht die nächsten Haltestellen angesagt oder angezeigt, weshalb man entweder seine Haltestelle und Umgebung kennt oder die Busfahrt in der App trackt, sodass man pünktlich den Stoppknopf drückt damit der Bus hält, denn der Bus hält hier nicht automatisch an jeder Haltestelle. Ich habe den Bus dann natürlich über die App getrackt, da ich meine Endhaltestelle noch nicht kannte. Entspannterweise war meine Endstation auch gleichzeitig die letzte Haltestelle der Busfahrt, sodass ich meinen Ausstieg so oder so nicht hätte verpassen können.

Nach der25 minütigen Busfahrt bin ich dann also im Stadtzentrum angekommen, wo ich mich dann mit 2 weiteren Au Pairs getroffen habe. Eine davon, Lotte, kannte ich schon vorher, denn sie war mit mir das Wochenende zuvor in Hamilton. Das andere Au Pair kannte ich noch nicht persönlich, jedoch habe ich über die Kontaktliste erfahren, dass sie ziemlich in meiner Nähe wohnt und deshalb dachte ich, dass es eine coole Idee wäre, wenn wir uns mal kennenlernen würden. Außerdem ist sie schon seit Januar hier, sodass sie von ihren Erfahrungen der letzten Monate berichten konnte. Natürlich war auch sie ein nettes, deutsches Au Pair und wir haben ein paar lustige Stunden in der Stadt verbracht.

Wir hatten von vornherein nicht wirklich Pläne, was wir genau in der Stadt machen wollten, da ich mir überhaupt erstmal einen groben Überblick über die Stadt verschaffen wollte. Wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass die Stadt relativ unspannend zum Sightseeing ist, da es neben dem Skytower und einem Museum nicht wirklich etwas gibt. Das Zentrum ist vor Allem zum Shoppen, Essen und Feiern gemacht und wir wollten an dem Tag nicht auf den Skytower und auch nicht ins Museum, sodass wir zunächst zum Hafen und später durch die Läden geschlendert sind.

Devenport- Auckland auf der anderen Seite des Hafens
Harbour Bridge vom Hafen aus

Da ich nichts gekauft habe und das shoppen auf einen anderen Zeitpunkt vertagt habe, an dem ich über mehr Geld verfüge, werde ich auch zu einem anderen Zeitpunkt über das Shoppen und die Geschäfte in Neuseeland schreiben.

Ein wenig später brauchten wir dann alle etwas Nervennahrung, denn Shoppen und Bummeln ist bekanntlich anstrengend. Zunächst konnten wir uns bei der großen Auswahl an Cafés, Bistros und Restaurants nicht entscheiden, was wir essen wollen, haben uns dann schlussendlich aber für eine besondere Eisdiele entschieden. Besonders einerseits, weil das Eis und die Hörnchen dort von Hand gemacht werden und andererseits weil das ganze mehr einer Kunstform und einem richtigen Event ähnelt als einem normalen Eisdielenbesuch.

Es beginnt damit, dass man sich in einer Schlange vor dem Laden anstellt, von welcher man dann vom Personal in ca. 5er Gruppen abgeholt wird. Das Personal führt einen dann zu einer der zwei Stationen, an welchem man dann in die Welt der besonderen Eiskreationen eingeführt wird. In der Eisdiele bekommt man nämlich kein einfaches Hörnchen mit 2 Kugeln sondern richtige Kunstwerke. Das „Basic“ ist trotzdem Eis im Hörnchen, wobei das ganze dann noch mit Soßen und Toppings verziert wird.

Neben dem „normalem“ Hörnchen gibt es auch noch sogenannte „Wearables“, also Kreationen, die man am Körper tragen kann. Dabei kann man sich zwischen kleinen Hörnchen für auf die Finger oder Lippen entscheiden.

Eine weitere, zunächst komisch erscheinende, Kombination ist Eis mit Pommes. Aber normal kann ja jeder und außerdem kann die Kombination aus süß und salzig wirklich schmecken.

Die letzten und besonder(teuer) -sten Kreationen sind dann der Skytower, die Krake und das Selfie-Hörnchen

(Gott sei Dank gibt es übrigens das WWW, denn durch das ganze Staunen bin ich nicht dazu gekommen selber Fotos zu machen)

Damit man sich leichter für eine der exklusiven Eissorten entscheiden kann bekommt man zuvor eine Kostprobe von allen Sorten. Nachdem man dann alle 10 (oder waren es doch 12) Sorten durchprobiert hat steht man vor der Qual der Wahl: welche Kreation und welche Eissorte wählt man. Wir haben uns dann alle 3 für das „Basic“, also das normale Hörnchen mit Eis und Toppings, entschieden. Das ganze Vergnügen kosten natürlich auch nicht grade wenig, aber es ist definitiv was besonderes und ein Erlebnis, welches man nicht alle Tage bekommt. Bezahlen kann man dort übrigens nur mit Karte und die Bestellung wird per iPad aufgenommen und direkt an die Küche geschickt, in welcher dann das Hörnchen frisch zubereitet und gefüllt wird.

Nach einer kurzen Wartezeit wurde uns das Eis dann zum Platz gebracht. Meins sah ungefähr so aus

Ich muss sagen, dass Teil hat definitiv mein Mittagessen ersetzt, so groß wie die Portion war. Aber es war echt ziemlich lecker. Ich habe zwar keine Ahnung mehr, welche Sorte ich gewählt habe aber es war natürlich irgendwas mit Schokolade und schmeckte ein bisschen wie Kinderpinguin. Yummy 😋

Nach der Stärkung und vielem Quatschen über dieses und jenes Thema waren dann auch schon einige Stunden vergangen und wir entschieden uns dazu alle wieder nach Hause zu fahren. Mit dem Bus war auch die Rückfahrt kein Problem, sodass ich wohlbehalten wieder zuhause ankam.

Meine Familie war an dem Nachmittag auf dem Geburtstag des Cousins eingeladen, welcher in der Woche zuvor 4 Jahre alt geworden war. Ich war auch eingeladen, sodass ich beschloss, mich ins Auto zu setzen und der Party beizutreten. Dort lernte ich dann die Schwester meiner Mum, ihren Mann und den Sohn sowie weitere Freunde der Familie kennen. Die Party fand unter dem Motto Superhelden statt, sodass die Kids teilweise verkleidet und geschminkt rumrannten. Insgesamt waren 5 Kids und mit mir 7 Erwachsene anwesend.

Während es bei uns auf Kindergeburtstagen viel Schnupp und eventuell Obst gibt ist es hier üblich Cracker mit Wurst, Käse und Weintrauben sowie Rohkost auf den Tisch zu stellen. Auch nicht schlecht würde ich sagen. Für uns Erwachsene gab es Wraps zum Essen, welche einen asiatischen Touch hatten und lecker waren. Zum Nachtisch gab es dann die Geburtstagstorte: eine dicke Schokotorte mit Batmanlogo. Nicht selbstgemacht aber selbst gekauft. Als Alternative gab es Törtchen mit Früchten, aber da ich an dem Tag ja noch nicht genug Schokolade hatte habe ich mich für den Schokokuchen entschieden.

Geschenk bekommen hat das Geburtstagskind übrigens ganz viel Lego – ich hoffe für ihn, dass er am Ende des Tages alle Teile wiedergefunden hat und seine neuen Sachen komplett aufbauen konnte, denn natürlich wurden die Tüten und Pakete relativ wild und unachtsam aufgerissen und verteilt…

Als es dann Schlafenszeit für die Kids und somit Zeit zu gehen war, haben sich alle Kids ihren Pyjama angezogen. Die Hoffnung war natürlich, dass die Kids auf dem Weg nach Hause im Auto einschlafen. Das hat mehr oder weniger gut geklappt aber zumindest waren sie dann schonmal bettfertig und leichter ins Bett zu bekommen.

Den Rest des Abends habe ich dann noch ein bisschen geskypt bevor ich dann relativ früh schlafen gegangen bin, denn Sonntagmorgen hieß es für mich pünktlich aufstehen. Was ich da unternommen habe berichte ich dann das nächste Mal.

Bis dahin machts gut und passt auf euch auf

Eure Ann-Ka

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