Whanganui River Adventure | Nordinsel Tag 13

Am Freitag haben wir dann die Tour gemacht, die wir für den Donnerstag geplant hatten. Es hat sich auch als sehr sinnvoll erwiesen, dass wir die Tage vom Tongariro Crossing und der Tour getauscht haben, denn am Freitag warnte die iSite davor, dass es viel zu windig sei um das Crossing zu machen. Während es auf dem Crossing extremst windig war, hatten wir unten angenehmes Wetter für die Tour.

Für die Tour mussten wir erst mal wieder einige kurvige Straßen fahren, bevor wir am Treffpunkt ankamen. Dort haben wir uns dann mit Sonnencreme und Anti-Mückenzeug eingeschmiert und bekamen passende Schwimmwesten ausgehändigt. Diese benötigten wir für den ersten der 3 Teile der Tour, welcher aus einer Speedboottour bestand. Fertig ausgestattet nahmen wir dann alle in einem Van platz, welcher und zum Bootsanleger für das Speedboot bringen sollte.

Dort angekommen hatten wir dann, wie der Zufall es wollte, ziemliches Glück. Dadurch, dass wir ganz hinten im Van saßen, bildeten wir das Schlusslicht unserer Gruppe als wir vom Van zum Bootssteg liefen. Am Bootssteg angekommen sollten wir alle nacheinander in das Boot steigen. Jedoch war in dem Boot dann kein Platz mehr für uns 4, sodass wir auf ein kleineres Boot ausweichen mussten.

So kam es dazu, dass wir quasi eine private Speedboottour hatten, da neben uns 4 nur noch unser Guide mit an Board war. Unser Guide war ein 24 jähriger Typ mit extremem Lockenkopf, der während der gesamten Fahrt versucht hat mit mir und Elisa zu flirten. Da ich außen saß und der Fahrtwind ziemlich stark war hab ich nicht wirklich viel von dem verstanden, was er erzählt hat und hab deswegen mal nett gegrinst.

Anscheinend hat ihm das als Zustimmung gereicht denn darauf hin hatten wir unsere ganz persönliche spezial Tour mit extra schnellem Fahren, scharfen Kurven, Driften und mehreren 360° Drehungen, die das große Boot definitiv nicht gemacht hat. Die Fahrt hat einen mega Spaß gemacht und von mir aus hätten wir auch ewig weiterfahren können. Zum Glück haben wir für die Strecke von 32 Kilometern doch relativ lange gebraucht, sodass wir genug Zeit hatten um die Fahrt zu genießen.

Zwischendurch hat unser Guide nicht nur geflirtet sondern uns auch interessante Dinge über den Fluss Whanganui erzählt, welcher 290 km lang ist und für die Maori eine ziemlich wichtige Bedeutung hat. Deshalb stehen ihm seit 2017 sogar die gleichen Rechte wie einem Menschen zu. Die Maoris nutzen den Fluss als (Handels-)Straße aber auch als Nahrungsquelle und konnten sich gleichzeitig durch das Wasser vor anderen, befeindeten Gruppen schützen.

Nach der Speedboottour ging es dann zu Fuß weiter. Das Ziel der ca 45 minütigen Wanderung war die Bridge to Nowhere – Brüke ins Niergendwo. Und wie der Name schon sagt befindet sich die Brücke irgendwo im niergendwo im Wald um den Whanganui River herum. Ursprünglich war die Brücke für die Menschen, besonders Soldaten des 1. WK, gedacht, die dort lebten. Da diese aber bis 1942 alle wegzogen, wurde die Brücke nicht weiter benutzt und vergessen. Anschließend machte sich die Natur auf ihr breit bis sie irgendwann wiederentdeckt und bis heute zur Touristenattraktion geworden ist.

An der Brücke angekommen haben wir dann erstmal eine kleine Mittagspause gemacht um uns zu stärken. Anschließend hat uns der Guide des anderen Bootes noch etwas zur Geschichte der Brücke und der Umgebung erzählt, bevor es dann wieder den selben Weg zurück zum Speedboot machten.

Mit dem Speedboot ging es dann mit viel Aktion und Unterhaltung wieder zurück Richtung Bootsanleger. Jedoch hielten wir einige Kilometer vorher an um unser Boot zu wechseln. Die letzten Kilometer sollten wir nämlich eigenständig mit Kanus zurücklegen. Ich habe mir dann mit Elisa ein 2er Kanu geteilt, wobei ich im Nachhinein vielleicht doch besser ein einzelnes hätte nehmen sollen…

Unser flirtender Guide hat uns nicht wirklich vertraut, dass wir unbeschadet und trocken im Ziel ankommen aber umso mehr wollten wir ihm zeigen, dass wir unser Boot unter Kontrolle haben. Wir hatten das Kanufahren zuvor schon einmal auf der Niers ausprobiert aber naja, was soll ich sagen… Die Niers hat ziemlich wenig Ähnlichkeit mit dem Whanganui…

Zu Beginn war unsere (Un-)Fähigkeit noch lustig aber je länger wir unterwegs waren, desto unmotivierter wurden wir und desto angespannter auch die Stimmung. Ich glaube zwischendurch hätten wir uns beide relativ gerne gegenseitig vom Boot geschubst. Trotzdem sind nach geraumer Zeit dann doch mal als Vorletzter im Ziel angekommen. Dazu muss man sagen, dass wir auch noch einen Zwischenstopp bei einem Wasserfall in einer Höhle gemacht haben im Vergleich zu allen anderen. Als letztes kamen dann Mama und Ralf ins Ziel, die noch mehr Probleme mit ihrem Kanu hatten als wir. Am Ende waren wir alle froh, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten und auf dem Weg nach hause waren. Dort hieß es dann wieder eigentlich nur duschen, essen ab ins Bett. Was wir an dem Abend aber unbedingt noch machen mussten war Tim Tams richtig essen also mit (warmer) Milch und dem Schlürfen. Die Kurzfassung: Es war SEHR SEHR lustig.

Übrigens haben wir alle die Wanderung vom Vortag noch gut in den Beinen gemerkt. Ich lief vor Allem ziemlich steif und stampfte wie ein Elefant, hatte aber sonst relativ wenig Probleme. Mamas Oberschenkel schmerzten, aber wir haben es alle durchgezogen und nicht bereut.

Machts gut und passt auf euch auf

Eure Ann-Ka

Ein Kommentar zu „Whanganui River Adventure | Nordinsel Tag 13

  1. Dem Tag ist nur noch die schwarze Kuh hinzuzufügen, welche auf einmal völlig unerschrocken – im Gegensatz zu uns – hinter einer engen Kurve mitten auf der Straße stand – und uns anschaute. Spätestens jetzt waren wir alle wach. Irgendwann wurde es ihr wohl zu langweilig mit uns und hat ihren Morgen-Spaziergang fortgesetzt.

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