Corona Update 2.0

2,5 Wochen Corona Quarantänezeit sind schon um und wenn alles gut geht damit schon mehr als die Hälfte. Bis jetzt soll die Corona Stufe 4 erstmal bis zum 22.4. andauern. Wie es danach weitergeht soll erst 2 Tage vorher entschieden werden, um auf die aktuellsten Entwicklungen eingehen zu können. Falls es dazu kommen sollte, dass wir von Stufe 4 auf Stufe 3 zurückgehen, weiß keiner so genau, wie diese aussieht. Es ist zu vermuten, dass nicht-essenzielle Reisen weiterhin verboten und Geschäfte weiterhin geschlossen haben werden. Aber zumindest die Schulen und Kindergärten könnten wieder öffnen, sodass zumindest etwas Normalität wiederkehrt. Wie es für die Menschen im Homeoffice aussieht ist eine berechtigte Frage, die jetzt wohl noch keiner beantworten kann.

Bei uns läuft es weiterhin wie schon zu Beginn der Coronazeit. Wir frühstücken morgens alle zusammen, dann drehen die Jungs eine große Runde mit ihren Rollern bevor ich dann gegen 9:30 die Kinderbespaßung übernehme. Unsere Themen für die anderen Tage waren zum Beispiel Weltall, Drachen, Eisenbahn und Dinosaurier. Diese Woche hatten wir dann eine ganze Osterwoche. Wir haben immer versucht zu jedem Thema was zu basteln, wobei die Motivation und Geduld der Jungs sich dafür ziemlich in Grenzen hielt. Was aber immer funktioniert ist das Trampolin und Bücher lesen.

Drachen Tag
Eisenbahn Tag
Oster Woche

Aber auch bei uns gibts natürlich mal Tage, an denen einer der Kids, Ich oder auch die Eltern oder mehrere gleichzeitig mal schlechte Laune haben. Wenn man dann aber 24/7 aufeinander hockt ist es schwer, die Laune nicht an den anderen auszulassen. Durch genug freie Zeit, die wir zum Spazieren/Joggen/Rollerfahren nutzen, lassen sich aber auch solche Tage überstehen und nach ein oder zwei Nächten mit genug Schlaf geht es auch direkt wieder besser. So hat es bis jetzt bei uns noch nicht großartigen Stress gegeben. Die üblichen kleinen Streitereien werden aber durch die begrenzten Ausweichmöglichkeiten nicht weniger.

Meine Hosteltern sind beide ziemlich beschäftigt mit ihrer Arbeit und arbeiten meistens noch Abends auf der Couch weiter wenn die Jungs im Bett liegen und schlafen. Homeoffice ist nunmal nicht das gleiche als wenn man mit seinen Kollegen in einem Büro sitzt und persönlich miteinander sprechen kann sondern wegen jeder Kleinigkeit anrufen muss. Kommen dann noch regelmäßig kleine Jungs rein, die nur mal eben was zeigen wollen, wird die Arbeit nicht grade produktiver und die Zeit, die für zusätzliche Telefonate und Unterbrechungen draufgeht muss dann halt Abends drangehängt werden.

Ich bin am Ende des Tages immer ganz schön platt. Ich frage mich ja selber oft, wie ich so müde vom gefühlt nix tun sein kann bis mir dann wieder bewusst wird, dass Au Pair sein doch ein Job ist und der ist mit Arbeit verbunden. Jeder der selber Kinder hat oder mit Kindern arbeitet weiß, dass ein ganzer Tag Kinderbeschäftigung nicht nur Spaß sondern auch Arbeit macht. Aber ich will mich definitiv NICHT über diese Arbeit beschweren sondern bin ziemlich froh darüber. Ich habe den größten Teil des Tages was sinnvolles zu tun, mache damit die Kids glücklich, kann den Eltern viel Arbeit abnehmen und ihren Tag erleichtern, habe trotzdem noch genug Zeit für mich und verdiene obendrauf dafür auch noch Geld. Ich bin also ziemlich froh, dass ich hierbleiben kann, da meine Eltern weiterhin arbeiten, Geld verdienen und mich bezahlen können. Das ist nämlich leider nicht bei allen Au Pairs der Fall.

In den letzten Wochen haben sich eine ganze Reihe von Au Pairs, die so wie ich bis Juli bleiben, dazu entschieden jetzt schon nach hause zu fliegen. Andere mussten gehen, da die Eltern ihren Job verloren haben bzw. als Kurzarbeiter eingestellt wurden und somit ihr Au Pair nicht mehr bezahlen können. Ich habe also ziemliches Glück gehabt und bin froh hierbleiben zu können.

Das Thema Rückholflüge ist/war ein ziemliches Chaos… Meine Freundin Annika wäre eigentlich Ende Mai ausgereist und aufgrund der aktuellen Situation und der Aussicht, das der Flugverkehr sich erst Ende Juni normalisiert haben wird, hat sie sich verständlicherweise dazu entschieden jetzt schon zurück zufliegen. Nachdem ihr für den 24.3. gebuchter Flug gecancelt wurde war ihre letzte Hoffnung das Rückholprogramm. Somit hatte ich immer die neusten Informationen von ihr was die Rückflüge von Auckland aus angehen und von meinem Papa weiterhin die für Christchurch auf der Südinsel. Ich habe eigentlich bis zum Ende darauf gesetzt, dass Annika diejenigen ist, die zuerst im Flieger nachhause sitzt, aber so sollte es nicht kommen.

Nachdem die NZ Regierung die Rückflüge bis auf weiteres ausgesetzt hatte kam am 2. April die erlösende Nachricht, dass die Flüge doch wieder aufgenommen werden sollen. Bereits einen Tag später sollte der erste Lufthansaflug von Auckland aus starten und ab Montags dann auch von Christchurch. Zusätzlich sollte es auch Flüge der neuseeländischen Airline Air New Zealand geben. Ab dann hieß es also für alle auf die Email der Fluggesellschaft waren, welche den genauen Flug und das Ticket beinhalten sollte. Das Warten darauf war mindestens genauso schlimm wie die Ungewissheit, ob es Flüge gibt oder nicht. Während Annika aber wenigstens noch in ihrer Familie arbeiten konnte hatte meinen Papa so gar nichts zu tun, was für einen Meister der Ungeduld ziemlich blöd ist…

Wäre das Warten an sich nicht schon schlimm genug wurde dann immer deutlicher, dass die komplette Organisation der Flüge ein reinstes Chaos war. Mittlerweile gab es zumindest für Leute wie mich die Möglichkeit auf der Rückholprogramm Seite anzugeben, dass sie keine Hilfe mehr bei der Ausreise brauchen. Diese sollten auch Leute nutzen, die schon einen Rückholflug genutzt hatten. Man sollte also meinen, dass alle beteiligten Parteien wie Auswärtiges Amt, Botschaft und Fluggesellschaften auf dem aktuellen Stand seien was die verbleibenden Passagiere in Neuseeland angeht. Dies war aber offensichtlich nicht der Fall.

Am 6.4. kam dann die Nachricht, dass ALLE ihre Daten nochmals ggf. aktualisieren und auf jeden Fall bestätigen sollten, für die weitere Planung. Außerdem sollten sich alle, die bis dahin keine Nachricht über einen für sie geplanten Flug bekommen haben noch mal eine extra Mail senden. Mein Papa bekam eine Mail, die erklärte, dass er schon für einen Flug eingeplant wäre aber leider nicht für wann. Da die Emails mindestens 24 Stunden vor Abflug versendet wurden waren alle Rückflüge von Mittwoch bis Freitag möglich. Auf der einen Seite also etwas mehr Gewissheit aber auch mehr Ungeduld, da eine genauere Ansage zum Rückflug doch schön gewesen wäre, da doch die Listen anscheinend schon feststanden.

Währenddessen hatte Annika Sonntags eine Email von unserer deutschen Au Pair Organisation bekommen, dass diese mit weiteren Organisationen einen Rückflug nur für Au Pairs für Mittwochs organisiert hätten. Wir alle waren dieses Mail erstmal ziemlich skeptisch gegenüber. Wie hatten es die Organisationen so schnell geschafft einen Flug zu organisieren wenn die deutsche Regierung eine gefühlte Ewigkeit dafür gebraucht hätte. Generell kam uns die Email ein bisschen komisch vor und alle rechneten schon mit einer Fake Mail. Leider konnten wir das Mysterium durch die Zeitverschiebung erst Abends klären. Es stellte sich zum Glück heraus, dass die Email kein Fake war und hätte alles geklappt hätte Annika somit das Rennen um den Flug gewonnen.

Hat sie dann aber leider doch nicht denn Montag Abend kam noch die Nachricht, dass der Au Pair Flug doch nicht stattfinden könnte, da die meisten anderen Au Pairs mittlerweile ein Ticket für einen Rückflug durch das Rückholprogramm erhalten hatten. Nur Annika nicht. Das man da frustriert und wütend wird ist wohl keine Frage. Zumal dann noch vermehrt von Leuten berichtet wurde, die doppelt von den Airlines angeschrieben wurden und somit zwei Plätze sicher hatten während Annika noch gar keinen hatte. Außerdem bekamen Leute Tickets, die sich 4 Stunden oder mehr vom Flughafen entfernt befanden und noch nicht mal eine vernünftige Möglichkeit hatten zum Flughafen zu kommen während mein Papa und Annika, die in 20 Minuten am Flughafen wären, nicht mitfliegen durften. Wo ist da der Sinn und die Organisation? Anscheinend wusste noch nichtmal das Auswärtige Amt von dieser nicht vorhandenen Organisation, da dieses von einem System aus 2 Phasen ausgegangen war…

Kommunikation zwischen Deutscher Botschaft, Auswärtigem Amt und Fluggesellschaften war also anscheinend nicht vorhanden. Dementsprechend konnte es nur noch schlimmer werden…

Nachdem ich ja die ganze Zeit auf Annika gesetzt hatte kam Dienstag Mittag dann der erlösende Anruf für meinen Papa von der Botschaft. Auf dem Air New Zealand Flug für den Nachmittag waren noch Plätze frei und wenn er in 30 Minuten am Flughafen sein könnte würde er noch heute Neuseeland verlassen. Nach 2 Wochen Warten, Ungewissheit, Ungeduld und Frust war diese Nachricht ein ziemliches Wunder und fast kaum zu glauben. Tatsächlich war mein Papa dann 20 Minuten später am Flughafen und ein paar Stunden später auf dem ersehntem Rückflug über Vancouver nach Frankfurt. Somit ist er wie schon ganz zu Beginn im November geplant am Mittwoch wieder in Deutschland gelandet, auch wenn die letzten Wochen keiner mehr damit gerechnet hatte.

Ab da haben wir dann nur noch mehr Annika die Daumen gedrückt. Da sie Montags noch keine Info bekommen hatte, das sie auf irgendeinem Flug eingeplant war, hat sie sich nochmal extra gemeldet. Für sie kam Donnerstag Mittag die Nachricht, dass sie die Chance für einen Stand-By Platz für den nächsten Tag (Freitag) hätte. 3 Stunden später kam dann die ernüchternde Nachricht, dass es leider nicht geklappt hat. Zwischenzeitlich wurde dann verkündet, dass weitere Rückholflüge über das Osterwochenende stattfinden sollten. Eine Stunde nach der ernüchternden Nachricht kam dann endlich für Annika die Nachricht, dass sie Sonntags zurückfliegen könnte. Nach dem auf und ab war auch das eine ziemlich große Erleichterung für uns alle.

Schlussendlich scheint die Kommunikation zwischen Botschaft, Auswärtigem Amt und Fluggesellschaften ein ziemliches Chaos gewesen zu sein. Die Rückflüge ab Auckland fliegen seit Freitag mit leeren Plätzen, da die Leute aus welchen Gründen auch immer nicht erschienen sind… Es kann aber doch eigentlich nicht so schwer sein eine Datenbank anzulegen, die Botschaft, AA und Fluggesellschaften ständig aktualisieren können, sodass auch die Zeitverschiebung kein Problem sein sollte. Aber naja wie wir alle wissen ist die IT in Deutschland nicht grade die fortschrittlichste… Und auch die Bürokratie scheint ihre Grenzen zu haben bzw nicht über die Landesgrenzen hinausragen können.

Jetzt sind wir alle froh wenn auch Annika Montag wieder in Deutschland landet, auch wenn wir sie hier vermissen werden. Wer will schon, dass ein Auslandsjahr so endet?

Ich wünsche euch auf jeden Fall ein entspanntes aber definitiv anderes Osterwochenende. Weder Urlabe noch Familienbesuche können dieses Jahr wie gewohnt stattfinden. Zum Glück gehört hier in Neuseeland der Osterhase, genauso wie die Zahnfee, zu den essenziellen Geschäften, sodass wir hier morgen ein paar Ostereier finden dürften. Wie verbringt ihr die Zeit? Ich hoffe ihr denkt alle dran und bleibt zuhause. Familienbesuche kann man auch per Skype stattfinden lassen und Urlaube verschieben. Wer leckeres Essen kocht darf das natürlich gerne mit der Familie teilen. Aber vor die Türe gestellt und nicht zusammen verzehrt.

Machts gut, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Ann-Ka

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