New Plymouth

Auch nach der zweiwöchigen Nordinsel Rundreise habe ich noch nicht alles von Neuseeland und auch nicht der Nordinsel gesehen, sodass ich gemeinsam mit Lotte, Pia und Annika auch das nächste lange Wochenende Ende Januar wieder genutzt haben um zu reisen.

Freitag Abend ging es mit einem vollgepacktem Auto los Richtung Südwesten. Trotz Feiertagsverkehr hatten wir Glück mit dem Stau und kamen problemlos voran. Nach einem Zwischenstopp beim „goldenem M“ zum Abendessen ging es weiter zu unserem Campingplatz für die Nacht. Dieser lag 30km abseits mitten in einem Wald auf einer Lichtung und der Weg dahin war einfach nur eine Schotterpiste. Auf dem Platz angekommen haben wir aber überrascht festgestellt, dass wir nicht alleine waren sondern noch ein Bikerfamilientreffen dort statt fand. Da wir relativ spät dort ankamen haben wir nur noch unsere Betten, aka Zelt und Auto, auf- und umgebaut und sind dann schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen haben wir sann gemütlich auf der Wiese gefrühstückt bevor es zum SH43, hier besser bekannt als Forgotten World Highway, ging. Dieser 150 km lange Highway verbindet die beiden Orte Taumarunui im Osten und Stratford im Westen und ist eben dadurch bekannt geworden, dass er so unbekannt war. Die Strecke besteht zum Teil sogar aus Schotterpiste, was selbst in Neuseeland ungewöhnlich für einen Highway ist. Für die Strecke sollte man mindestens 3 Stunden Fahrzeit einplanen, bei Zwischenstopps entsprechend mehr, und vorher unbedingt nochmal tanken, da es unterwegs keine Tankstelle gibt. Lotte und ich haben uns mit den Fahren abgewechselt und unser erster Zwischenstopp war eine Brücke, die ein nettes Fotomotiv darstellte. Außerdem: wo sonst kann man schonmal mitten auf einem Highway per Fuß über eine Brücke laufen.

Unser nächster Stopp auf dem Highway war Whangamomona, ein eigener Staat mitten in Neuseeland. Mehr Infos zu Whangamomona gibts hier. Wie es sich für einen eigenen Staat gehört besitzt dieser auch einen eigenen Passstempel, den man sich in dem Rathaus/Restaurant/Hotel Gebäude für 2$ in seinen Reisepass stempeln lassen kann. Wenn ich schon keinen Stempel für Neuseeland habe dann wenigstens für Whangamomoa. Die kleine Spende kommt dann der Gemeinde zu Gute. Whangamomona liegt ungefähr auf halber Strecke des Forgotten World Highways und auch die zweite Hälfte hat mindestens genauso gut bestätigt, warum die Straße als verlassen bezeichnet wird. Wobei wir auch nicht die einzigen waren, die dort unterwegs waren.

In Stratford angekommen sind wir zu unserem Campingplatz gefahren, welcher unser Stellplatz für die nächsten 2 Nächte werden sollte. Dieser war ziemlich gut ausgestattet mit mehreren Sanitäranlagen und einer großen Küche, Waschmaschinen, Spielplatz und sogar einem indoor Pool, welchen wir später auch noch ausprobiert haben. Vorher sind wir aber noch zu Fuß in die Stadt und zum Supermarkt gelaufen, da wir noch fürs Abendessen einkaufen mussten und alle etwas Bewegung brauchten nachdem wir den ganzen Tag eigentlich im Auto gesessen hatten. Nach dem Essen haben wir noch eine ganze Weile Karten gespielt. Unsere Klassiker sind dabei Mau Mau, Knack und Arschloch.

Am nächsten Morgen haben wir dann wieder entspannt gefrühstückt bevor es auf unseren Trip rund um den Mt Taranaki ging. Auch der Mt Taranaki ist ein Vulkan, der für seine perfekte spitze Form bekannt ist. Den Vulkan kann man auch in einer 3 Tages Tour bewandern, jedoch wollten wir nur eine kleine Wanderung am Fuße des Vulkans machen und haben uns für den Rundweg zu den Wilkies Pools entschieden. Die Wilkies Pools sind eigentlich nur eine Stelle, an der man im Fluss vom Schmelzwasser des schneebedeckten Vulkanes schwimmen gehen kann. Das Wasser ist natürlich eiskalt aber im Sommer sicherlich eine schöne Erfrischung. Wir haben zwar nur unsere Füße reingehalten, jedoch andere Leute beobachtet, die teilweise dort Felsrutschen hinunter gerutscht sind wie beim Canyoningen. Leider hatten wir unsere Bikinis nicht dabei, sonst wären wir da bestimmt auch hinunter gerutscht.

Nach der kleinen Wanderung ging es zum Egmont Lighthouse, dem westlichstem Leuchtturm Neuseelands. Dieser stellte sich jedoch als ziemlich unspannend heraus, lag aber an einem entspanntem Platz für eine Mittagspause.

Über den Leuchtturm und weiter auf unserem Rundtrip ging es über den SH 45, hier auch als SurfHighway bekannt. Der Name kommt daher, dass sich auf der Strecke zahlreiche bekannte Surfspots befinden. Wenn man die ganze Zeit mit Meerblick an der Küste entlangfährt muss man irgendwann zwangsläufig anhalten und seine Füße in den Sand und das Meer stecken.

Unser Hauptziel des Tages und auch eigentlich der gesamten Reise war die Stadt New Plymouth. New Plymouth ist zugegeben nicht grade eine touristisch attraktive Stadt, was das noch unattraktivere Stadtbild nicht grade verbessert. Trotzdem wollten wir der Stadt eine Chance geben, was im Sommer tatsächlich noch einfacher ist als im Winter. Nachdem wir ein bisschen planlos durch die Stadt gelaufen sind sind wir zu einem Aussichtsberg gefahren, den man hochKLETTERN musste. Oben angekommen konnte man zumindest in die eine Richtung eine schöne Aussicht genießen, in der anderen sah man vor Allem New Plymouths Hafen und Industrie.

Eine weitere „Sehenswürdigkeit“ in New Plymouth ist die Te Rewa Brücke, die aussieht wie eine Fischskelett.

Und damit hatten wir eigentlich die Hauptattraktionen New Plymouths tagsüber einen Besuch abgestattet. Was ich ganz vergessen habe sind die ganzen Kunstwerke und Installationen an der Strandpromenade, die bestimmt irgendwelche besonderen Bedeutungen haben, jedoch für uns ziemlich eigenartig aussahen.

Was uns dann noch in New Plymouth gehalten hat war das Lichterfestival, welches bei Einbruch der Dunkelheit im Pukekura Park stattfinden sollte. Da wir bis dahin noch Zeit hatten haben wir uns zuerst mit Abendessen und Snacks eingedeckt bevor wir uns mal wieder ein nettes Plätzchen gesucht haben um dort zu essen und Karten zu spielen.

Das Lichterfest war dann tatsächlich ganz schön anzusehen und einige Installationen echt besonders und cool. Das hat uns dann zumindest für eine kurze Zeit vergessen lassen, wie unattraktiv der Rest der Stadt doch aussieht. Später mussten wir noch die restliche Strecke von New Plymouth nach Stratford fahren um unsere Rundfahrt zu beenden und wieder zurück zu unserem Campingplatz zu kehren.

Am Montag hieß es dann leider schon wieder den Heimweg antreten, denn ab Dienstag mussten wir alle wieder auf ein Haufen Kinder aufpassen. Da das Wetter an dem Tag ziemlich bescheiden und regnerisch war sind wir auch ziemlich zügig abgereist. Auf dem Heimweg wollten wir eigentlich noch die Three Sisters und den Elephantrock sehen, zwei bekannte Felsformationen an der Westküste. Das war durch die Wetterbedingungen und die Gezeiten aber nicht so erfolgreich, sodass wir nur kurz angehalten haben.

Das war auch gar nicht schlimm, denn je weiter wir in den Norden kamen, desto besser und sonniger wurde das Wetter. Da ich früher als gedacht zuhause war habe ich noch schnell meine Sachen ausgepackt und meinen Bikini angezogen und bin noch zum Strand für eine kleine Abkühlung gefahren.

Machts gut, bleibt gesund und passt auf euch auf!

Eure Ann-Ka

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s