Zurück in Deutschland, überraschen & überrascht werden

Meine ersten drei Wochen in Deutschland sind schon wieder vorbei und wenn ich die zwei Wochen in 3 Wörtern beschreiben müsste dann wären das Grillen, Schwimmen und Freunde. Könnte schlimmer sein würde ich sagen 😉. Generell fühlt es sich aber überhaupt nicht so an, als wäre ich ein ganzes Jahr bzw. überhaupt weg gewesen. Einerseits macht das das Einleben deutlich einfacher, andererseits fühlt es sich aber auch ganz komisch an sich Bilder von vor 4 Wochen aus Neuseeland anzuschauen, da das ganze so weit weg, unerreichbar und lange her erscheint. Wie auch schon mein letzter Tag in Neuseeland verlief auch mein erster Tag in Deutschland nicht so ganz, wie ich ihn mir vorgestellt habe, aber ebenfalls im positiven Sinne.

Nachdem ich mich in Amsterdam von Lotte verabschiedet hatte ging es für uns zurück nach Hause. Wir sind dann zu Papa gefahren, wo Ralf, Regina und Ole mit einem ausgiebigen Frühstück auf uns warteten. Man war es schön endlich wieder richtige Brötchen, Laugenstangen, Salami und Teewurst zu essen. Und es gab sogar richtig leckere Erdbeeren. Ein Träumchen 😍

Nach dem Früchstück bin ich aber relativ schnell wieder aufgebrochen. Aber nicht etwa weil ich müde und kaputt war sondern im Gegenteil total fit war und noch ein paar Pläne für den Tag hatte. Und zwar habe ich ja eigentlich allen erzählt, dass ich erst am 3.8., also eine Woche später, nach Hause komme. Der Grund war der, dass ich ein paar Menschen überraschen wollte. Auf der Liste standen Oma, Julia, Finja, Paula und Jule. Da Paula und Jule aber erst am Wochenende drauf nach Hause gekommen sind hatte ich für den Sonnatg zumindest 3 Leute, die ich überraschen wollte.

Als aller erstes bin ich zu Oma gefahren. Ich hatte sie vorher gefragt, ob wir nicht Sonntagabend neuseeländische Zeit, also Sonntagmorgen deutsche Zeit, skypen wollen. Natürlich hat Oma da nicht Nein gesagt und so habe ich Oma Sonntagmorgen gegen 10 angerufen. Dabei saß ich aber natürlich längst nicht mehr in Neuseeland sondern stand vor Omas Gartentor. Ihr Gesicht als sie realisiert hat, dass ich vor ihrem Gartentor stand war unbezahlbar und die Überraschung ist mir definitiv gelungen.

Zwei Stunden und 2 Gläschen Sekt später bin ich dann auch bei Oma wieder abgefahren, da ich ja noch 2 andere Überraschungen geplant hatte. Die 2. Person war Julia. Sie hatte ein paar Wochen zuvor gefragt, ob jemand Spiele für ihren Geburtstag mitbringen könnte, an dem ich offiziell nicht da gewesen wäre, da er am 1.8. stattfand. Ich habe ihr aber angeboten, dass sie Elisa fragen könnte, ob sie ihr nicht ein paar Spiele vorbeibringen könnte. Unter dem Vorwand, dass Elisa an dem Sonntag eh bei einer Freundin in der Nähe wäre und die Spiele vorher vorbei bringen könnte war dann auch sicher gestellt, dass Julia zu dem Zeitpunkt zuhause war.

An besagtem Sonntag ist dann plötzlich nicht Elisa sondern Ich mit dem Fahrrad vorgefahren. Julias Mutter stand in der Küche und hatte mich schon durchs Fenster gesichtet bevor ich vor der Tür stand. Sie meinte nur zu Julia, dass das definitiv nicht Elisa sei sondern Ich, was Julia natürlich im ersten Moment nicht glauben konnte, bis sie mich mit eigenen Augen gesehen hatte. Die Spiele hatte ich zwar nicht dabei, aber ich war wohl Überraschung genug. Außerdem war ich dann ja an der Geburtstagsparty da und konnte die Spiele an dem Abend selber mitbringen. Das witzige bei Julia war außerdem, dass wir nur wenige Minuten bevor ich vor ihrer Tür stand noch miteinander geschrieben hatten und sie mich gefragt hatte, ob mein Flug für den 3.8. denn noch stehen würde. Das hab ich natürlich ganz scheinheilig bejaht, nur um 10 Minuten später dann vor ihrer Haustür zu stehen.

Für die letzte und dritte Überraschung des Tages musste ich ausnahmsweise andere Personen mit einbinden. Finja hat momentan Praktikum und arbeitet im Schichtdienst und auch am Wochenende, sodass ich zuerst mal rausfinden musste, ob und wann sie an dem Sonntag arbeiten musste. Sie hatte mir dann erzählt, dass sie an dem Sonntag Frühschicht hätte, was jedoch aus irgendeinem Grund Falschinformationen waren, die sie mir, warum auch immer, gegeben hat. Angeblich wohl ohne jeden Hintergedanken. Jedenfalls habe ich dann ihre Mutter gefragt, ob sie eine Idee hätte wie ich Finja nach ihrer Arbeit überraschen könnte nur um dann zu erfahren, dass Finja an dem Sonntag gar nicht arbeiten musste.

Also war die zweite Person, die ich einweihen musste, Finjas Freund, der sicher stellen musste, dass ich Finja an dem Sonntag auf jeden Fall zuhause antreffe. Da es bei den anderen beiden Überraschungen länger gedauert hatte als geplant, war Finja zu dem Zeitpunkt aber nicht mehr zuhause sondern im Reitstall. Das war aber nicht weiter problematisch, da der Stall quasi auf meinem Weg lag. Für das genaue Timing hatte ich dann noch mit Finjas Mutter geschrieben und sogar telefoniert, damit auch alles klappen konnte.

Am Stall angekommen bin ich erstmal ne Ganze Weile rumgelaufen und dann auch gefühlt ewig die Stallgasse entlang gelaufen, in der Finja sich befand. Da sie aber hinter ihrem Pferd stand hat sie mich eine Ewigkeit nicht gesehen, während ihre Mutter und ihr Freund mich schon die ganze Zeit gesehen haben. Irgendwann hat ihre Mutter dann das Pferd mal nach hinten geschoben, sodass Finja mich entdecken konnte. Die nächsten gefühlten 2 Minuten stand Finja dann nur in der Stallgasse und konnte ihren Augen nicht trauen. Als sie dann auch noch herausgefunden hatte, dass ihre Mutter und ihr Freund eingeweiht waren gab es nur noch das Kommentar „DREIST“. Aber auch die Überraschung ist perfekt gelungen und somit hatte ich meinen Plan für den Tag in die Tat umgesetzt.

Der weitere Plan meines Tages sah eigentlich vor, dass ich duschen würde und dann später zu einem GEMÜTLICHEN Grillen zu Ralf fahren würde. Da wären dann alle Menschen gewesen, die auch morgens beim Frühstück dabei waren. Geduscht habe ich auch noch, aber als meine Schwester mich dazu aufgefordert hat, dass ich mich doch etwas chicker als ein einfaches T-Shirt und Jeans machen könnte, hätte ich stutzig werden sollen. Mehr oder weniger überzeugt habe ich mich dann also zumindest etwas chicker gemacht. Im Nachhinein bin ich ihr dankbar für diesen Hinweis, aber andererseits hätte mich jeder an dem Abend auch in einem einfachen T-Shirt akzeptiert.

Jedenfalls sind wir dann pünktlich mit den Fahrrädern zu Ralf zum Grillen aufgebrochen. Als wir auf die parallel Straße einbogen, von der aus Man Ralfs Garten etwas sehen kann, und ich dort rote Zeltdächer entdeckte, wusste ich nicht so ganz, was ich davon halten sollte. Als ich dann Oma Willmas Auto vor der Haustür sah wusste ich, dass irgendwas hier nicht ganz nach meinem Plan lief. Ich bin dann mal als erste ins Haus gelaufen und wurde dort im Wohnzimmer nicht wie erwartet von 4 sondern von ca. 30 Leuten begrüßt.

Es war sehr, sehr schön Euch alle auf einmal wieder zu sehen. Nicht nur meine sondern auch eure Überraschung ist definitiv gelungen. Danke an alle, die da waren und mit mir eine super schöne Willkommens Party verbracht haben. Damit hatte ich niemals gerechnet.

Ich hatte in den Wochen vorher noch mit Elisa geskypt und sie hatte mich noch gefragt, ob ich eine Willkommens Party planen würde. Ich hatte nur geantwortet, dass das wohl grade mit Corona ein bisschen schwierig wäre und ich froh wäre, wenn meine eigenen Überraschungen klappen würden. Selber überrascht zu werden ist aber mindestens genauso cool. Und irgendwo, tief verborgen, ist es doch der Wunsch von jedem, der von einem Auslandsjahr zurückkehrt, eine solche Überraschungsparty zu bekommen. Am Ende des Tages hatte ich einen wunderschönen Abend mit (fast) allen Freunden und Familienmitgliedern. Mein Plan, dass wir grillen wurde sogar erfüllt. Außerdem wurde genug getrunken. Typisch deutsch würden andere jetzt sagen.

Was mir durch die Party definitiv erleichtert wurde ist das Wiedersehen mit allen. So musste ich mich nicht mit jedem einzelnen treffen sondern habe direkt alle auf einmal gesehen.

Als Vorbereitung für meine Überraschungen hatte ich übrigens weder meine Handynummer gewechselt, noch irgendwelche Fotos vom Abschied gepostet oder gar meinen Standort auf Snapchat sichtbar gemacht. Außerdem habe ich bei allen darauf geachtet, zu welcher Zeit ich ihnen schreibe. Im Flieger ging das zwar nur bedingt aber immerhin. Und es kann mir im Nachhinein jeder erzählen, dass es ihm/ihr eh nicht aufgefallen wäre, aber die meisten wussten es ja sowieso und bei allen anderen konnte ich besser zu vorsichtig als zu nachsichtig sein.

Aber auch nach meiner Willkommens Party konnte ich meine Tarnung noch nicht auffliegen lassen, da eigentlich 2 Personen immer noch im Unwissen sein sollten. Die Zahl hat sich dann auf 1 verkleinert, da Paula doch schon bescheid wusste, dass ich nach hause kommen würde. Sie befand sich zu dem Zeitpunkt mitten in der Klausurenphase ihres Studiums und war zum lernen in Dortmund um dort den ganzen Tag den Stoff in ihr Gehirn zu bekommen. Deshalb konnte ich sie auch nicht zuhause überraschen. Die einzige Möglichkeit, sie trotzdem für den Sonntag nach Goch zu bekommen, war ihr zu erzählen, dass ich nach hause kommen würde. Und sie hat tatsächlich drüber nachgedacht, sich jedoch dagegen entschieden. Natürlich schade aber andererseits kann ich sie da vollkommen verstehen.

Dafür hat Jule als letze unwissende Person wirklich eine Woche lang nichts gewusst und noch nichtmal geahnt. Da sie bis zum kommenden Wochenende in Österreich im Urlaub war musste ich auch keine Angst haben ihr auf der Straße zu begegnen. So konnte ich eine Woche wunderbar ihre Überraschung planen und vorbereiten und daraufhin fiebern.

Der Plan war, dass ich an besagter Geburtstagsparty von Julia als „Überraschungsgast“ auftauchen würde. Da ich Julia schon überrascht hatte konnten wir den Moment zusammen planen und am Ende hat auch diese Überraschung geklappt. Jules Kommentar „Was machst du denn hier?“ habe ich genauso auf Video aufgenommen wie die anderen Überraschungen auch, sodass ich die ungläubigen Blicke und Kommentare für immer festgehalten habe.

Rückblickend kann ich sagen, dass Überraschen genauso viel Spaß macht wie selber überrascht werden. Und in Zeiten von Corona sind solche Aktionen irgendwie nochmal besonderer, da die Möglichkeiten offensichtlich momentan eher eingeschränkt sind.

Meine Rückkehr nach Deutschland und das damit verbundene Ende meiner Reise bedeutet jetzt aber noch nicht das Ende dieses Blogs. Da ich es aus zeitlichen Gründen noch nicht geschafft habe von all meinen Reisen und Erlebnissen zu berichten, ist es mein Plan das in den nächsten Wochen und Monaten nachzuholen. Schließlich habe ich mir während jedem Trip Notizen gemacht und genug Fotos aufgenommen, die ich sehr gerne noch mit euch teilen würde.

Machts gut und passt auf euch auf!

Eure Ann-Ka

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